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  • Walter Kreisl

Körper und Geist

Die Trennung von Körper und Geist

Nachdem in den westlichen Nationen die Hinwendung zu Meditation und östlicher Philosophie anhält, setzt sich auch bei uns allmählich die Einsicht durch, dass Körper (Materie) und Geist (Energie) lediglich verschiedene Formen von ein und derselben Sache darstellen. Es ist bekannt, dass psychische Belastungen, psychische Erkrankungen Disharmonien verursachen, und diese Disharmonien wiederum der Auslöser von körperlichen Beschwerden, körperlichen Erkrankungen sein können.


Die Auffassung der christlichen Kirchen

Durch das 4. Konzil von Konstantinopel von 869 bis 870 n. Chr. wurde unter Kaiser Basilius dem Ersten die seitdem gültige Zwei-Seelen-Lehre von Photios mit dem Bannfluch belegt. Diese Lehre sagte aus, dass der Mensch sowohl eine höhere, unsterbliche Geist-Seele als auch eine sterbliche, irdische Körperseele hat, wobei diese eine Einheit bilden.

Nach dem Konzil wurde die Trennung, der unsterblichen göttlichen Seele von der vergänglichen irdischen Seele, offizielle Lehrmeinung. Für letztere war ab diesem Zeitpunkt allein die (Natur-) Wissenschaft zuständig, für erstere die christliche Religion in Gestalt des katholischen Klerus.

Seit Menschengedenken führte diese Trennung letztendlich zu dem Glauben, dass sich Materie, Stoffliches von Energie unterscheidet. Diese Zweiteilung geht wenigstens bis auf das Alte Testament zurück. Das Buch Genesis porträtiert den Menschen als eine Art Töpfereiprodukt: Gott nimmt eine Hand voll Ton (Materie) und bläst ihm seinen Atem (Energie) ein.

Aber das Alte Testament ist ein Produkt der westlichen Welt, und es ist nicht verwunderlich, dass die im Alten Testament beschriebene Vorstellung, der Trennung von Materie und Energie, sich bei uns bis heute erhalten hat. In den östlichen Kulturen dagegen, hat es nie viel Konfusion über Materie und Energie gegeben.


Die klassischen Naturwissenschaften

Auch die Physik, die sich mit Masse und Energie befasst, sowie die Geometrie, sind ebenfalls Produkte der westlichen Welt. So ist es auch nicht erstaunlich, dass die „Euklidische Geometrie“- benannt nach dem Griechen Euklid - für fast zweitausend Jahre von niemandem weiterentwickelt wurde. Somit ist der Inhalt der meisten Lehrbücher über Geometrie, die in den Schulen benutzt werden, etwa zweitausend Jahre alt.

Das feste mechanische Weltbild der Wissenschaft begann jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts zu wackeln, als man erkannte, dass die physikalischen Naturgesetze nicht auf Vorgänge in der großen Welt der Galaxien und das Zusammenwirken von Elementartelchen anwendbar waren. Immer mehr Forschungsergebnisse bestätigten diesen Sachverhalt und führten zur Formulierung der Erkenntnisse der Quantenphysik.

Mit den sensationellen Theorien von Albert Einstein, wurde schlussendlich den Vorstellungen der klassischen Physik, von Isaac Newton (1642-1727), ein Ende bereitet.

Einsteins letzter und berühmtester Aspekt seiner speziellen Relativitätstheorie ist die Erkenntnis, dass Masse (Körper) eine Form der Energie (Geist) darstellt. Mit Einsteins Worten: „Energie hat Masse, und Masse verkörpert Energie.“ Wo das eine Ist, da ist auch das andere. Daraus folgt, dass Masse und Energie lediglich zwei Aspekte von ein und derselben Sache sind, die man keinesfalls getrennt voneinander betrachten darf. Analog gilt das ebenso für Körper und Geist bzw. Körper und Psyche.


Die Erkenntnisse der Quantenphysik

Materie ist geronnener Geist, sagt die Quantenphysik. Das Fundament unseres Wesens ist nichts Materielles, sondern ein unvorstellbares Potential - ein „Etwas“ - das unsere rein auf denken basierende eingeschränkte Vorstellungskraft bei weitem übersteigt.

Der französische Physiker Louis de Broglie verbalisierte folgendes: „Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wird.“

In einem feinstofflichen Gitternetz das den ganzen Kosmos durchdringt - in der Wissenschaft auch als „Higg`sches Feld“ bezeichnet - besitzen die kleinsten denkbaren Teilchen Ladung (jedoch keine Ruhemasse) und damit ein funktionierendes Energiefeld, welches als eigentliches Leben im Universum angesehen werden kann. Diese Teilchen werden als Lichtquanten (Photonen) bezeichnet. Diese Licht- und seine kleinsten Teilcheneinheiten - die Photonen - stellen also die energetische Verbindung dieses kosmischen Gitternetzes dar. Licht ist Leben im Universum.

Alle Universen haben demnach ein gemeinsames Energiefeld. Dieses verbindet alles mit allem im Licht. Dieses Energiefeld beinhaltet das Nullpotential (ohne Ladung und ohne Masse) und wird als Quanten- oder Nullpunktfeld bzw. als „Göttliche Matrix“ bezeichnet; der Biologe und Naturphilosoph Rupert Sheldrake spricht in diesem Zusammenhang vom morphogenetischen Feld.

Dieses höchste Bewusstsein ist der Ursprung der Schöpfung und gleichzeitig ihr Motor. Ein wichtiger Teil dieser Welt ist der Mensch mit seinem freien Willen als schöpferische Wesenheit. Er handelt als kollektiver- und individueller Schöpfer dieses Bewusstseins. Diese Schöpferkraft ergibt sich aus unseren Gedanken, Bildern, Vorstellungen, Visualisierungen und Ideen. Hieraus folgt, dass wir keine willkürlichen Opfer von Naturereignissen usw. sind, sondern eigenständige Schöpferwesen, sowohl kollektiv als auch individuell. Wir gestalten die Schöpfung aktiv mit, erhalten sie und verändern sie laufend kreativ und schöpferisch, oder ausbeutend und zerstörerisch. Wir nehmen aktiv an einem globalen Geschehen teil.


Die Macht der Gedanken

Bei derzeit rund 7,0 Mrd. Menschen gibt es also 7,0 Mrd. unterschiedliche Meinungen und subjektive Wirklichkeiten - jeder Mensch ist zweifelsohne ein Individuum. Das Wort Individuum stammt aus dem Lateinischen und bedeutet unteilbar. Diese Tatsache ist jedoch den meisten Menschen nicht bewusst. Sie nehmen an, jeder andere müsse auch so denken wie sie selbst. Das ist jedoch nicht der Fall. Neben der subjektiven Wertung in Gut und Böse, stellt die persönliche Erwartungshaltung eine große und emotionale Einschränkung dar.


Materie ist verdichtete Energie

Nach der Energie entstand die Materie selbst. Materie ist Energie in ihrer am stärksten verdichteten Form. Sie besteht aus masselosen Lichtquanten (Photonen), die Träger der Ur-Information und kosmischer Ordnungskriterien sind.

Schon der Quantenphysiker Max Planck erkannte bei der Erforschung des Atoms, dass es an sich keine Materie gibt. Alle Materie entsteht und besteht allein durch eine Kraft, die die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie in einem winzigen Sonnensystem zusammenhält. Und schon Max Planck nahm hinter dieser Kraft einen bewussten, intelligenten Geist an. Nicht die sichtbare vergängliche Materie ist also das Reale, Wahre, Wirkliche, sondern der unsichtbare unsterbliche Geist, stellte er fest. Der kleinste Teil der Materie, das Atom, besteht aus Schwingungen in der Bewegung kleinster Quanten. Jedes Individuum, ob es aus Fleisch und Blut ist oder nicht, jeder Teil dessen, jedes Organ hat seine eigene Schwingung, seine eigene Frequenz.

Alles Sein im Universum ist beseelt, es gibt keine „tote“ Materie. Materie lebt und hat Bewusstsein!


Resümee

Auf jeden Fall ist es unumgänglich die Einheit von Körper und Geist in einem größeren Kontext zu betrachten, und unseren Blickwinkel nicht ausschließlich auf das Materielle, das Sichtbare zu beschränken. Es ist offensichtlich, dass die so häufig zitierte Einheit von Körper und Geist eine Tatsache ist, die auf wissenschaftlichen und experimentellen Erkenntnissen basiert. Deshalb ist es längstens an der Zeit, die viel beschriebene Einheit von Körper und Geist vom „Sockel der Spiritualität“ herunterzuholen und daraus folgend, diese ausnahmslos an ihrem angestammten Platz in Augenschein zu nehmen: Auf dem Boden der Tatsachen

Psychische Erkrankungen zerstören die Harmonie der Lebensenergie im Körper, und das kann Erkrankungen hervorbringen.

Angelegenheit der Selbsthilfegruppe ist infolgedessen, psychische Erkrankungen gar nicht erst aufkommen zu lassen und dementsprechend erdenklichen körperlichen Beeinträchtigungen aus dem Weg zu gehen. Im Kreis von Menschen, die einen ähnlichen Lebensweg haben und mit denen man sich austauschen kann, verliert die Einsamkeit, die Angst etwas von ihrem Schrecken - und es kann darüber hinaus wertvoll sein, auf diesem Weg einzelne Strecken mit anderen zu gehen. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.




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