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  • Walter Kreisl

Epiphanias

Aktualisiert: 24. Sept. 2021

Am 6. Januar haben wir das Erscheinungsfest mit den drei Weisen, Epiphanias, gefeiert. Mit der Erzählung soll uns natürlich etwas gesagt werden. Diese drei Weisen sind Könige, Magier, die es gewohnt sind das überirdische zu schauen - sie wollen das aufscheinen des Göttlichen in diesem Kind erkennen und sind deshalb extra von weit her gekommen. Die Erzählung ist ein Ritual, das uns an unsere ewige Bestimmung erinnern soll. Aber gleichzeitig ist es auch ein Wunsch der Energien aussendet. Und so wird die Inschrift (C+M+B) über den Türen unserer Häuser eine Quelle positiver Energien.

Was man in unserer westlichen Kultur als Gott bezeichnet, nennt die östliche Kultur in der hinduistischen Philosophie, Brahman. Die Upanischaden sind die wichtigsten uralten Schriften Indiens und die philosophische Lehre die daraus resultiert heißt Vedanta. Und so sagt Vedanta: „Wer Brahman erkennt, wird selbst zu Brahman“ (Mundaka Upanischad 3.2.9). Wenn man diese für unser Verständnis sehr kühne Aussage ernst nimmt, dann geht das durchaus konform mit den aktuellen Erkenntnissen der Naturwissenschaft. Quantenphysiker sagen uns nämlich, dass Quanten wie z. B. Photonen im unbeobachteten Zustand als Wellenfunktion vorhanden sind und so gleichzeitig an mehreren Orten sein können. Aber in dem Augenblick, in dem eine Beobachtung, analog eine Messung, durchgeführt wird, kollabiert die Wellenfunktion und das System ist gezwungen einen einzigen Zustand als Teilchen anzunehmen. Das bedeutet, wenn man das System wahrnimmt, mit ihm in Resonanz geht, es erkennt, dann wird es in die Realität geschaltet.

Wenn also die Welt in der wir leben, einschließlich uns selbst, eine Quantenwelt ist - uns sehr vieles deutet darauf hin - dann könnte die Aussage im Vedanta auch lauten: Wer mit Brahman in Resonanz geht, wird selbst zu Brahman - oder: Gleiches erkennt nur Gleiches - oder: Sein ist wahrgenommen sein. Aber das bedeutet damit auch, dass in jedem Menschen bereits eine Entsprechung von Brahman vorhanden sein muss, weil ansonsten keine Resonanz möglich wäre.

Das sollte uns aufhorchen lassen! Demnach sind wir das, was wir erkennen. Zu erkennen wer wir sind, das ist die Hausaufgabe unseres Lebens. Was den drei Weisen in diesem Kind aufscheint, das was sie erkannt haben, das sollen auch wir erkennen - wir sind die drei Weisen, die Könige, die Magier.



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